Warum Diesel günstiger ist
Nicht weil er billiger herzustellen wäre — in Raffinerien ist Diesel zeitweise teurer als Benzin. Der Unterschied ist politisch gewollt und über 18 Cent groß.
- 18,4 ct
- Steuerdifferenz je Liter
- +10 %
- Energiegehalt je Liter
- ~18.000 km
- ab hier lohnt Diesel
Die Steuerdifferenz
01Die Energiesteuer beträgt auf Benzin 65,45 Cent und auf Diesel 47,04 Cent pro Liter. Diese Lücke von 18,41 Cent ist der eigentliche Grund für den Preisunterschied. Sie stammt aus einer Zeit, in der Diesel vor allem gewerblich gefahren wurde — Landwirtschaft, Spedition, Handwerk — und günstige Transportkosten politisch gewünscht waren.
Ausgeglichen wird über die Kfz-Steuer. Diesel-Pkw zahlen pro 100 cm³ Hubraum deutlich mehr Kfz-Steuer. Der Staat holt einen Teil des Vorteils dort zurück — nur eben nicht an der Säule, wo man ihn merkt.
Wann Diesel sich rechnet
02Die Rechnung verschiebt sich mit dem CO₂-Preis: er steigt auf Diesel schneller als auf Benzin, weil Diesel pro Liter mehr CO₂ freisetzt. Bis 2030 schmilzt die Differenz an der Säule voraussichtlich um mehrere Cent.
Unter 10.000 km
Benziner
Der Steuervorteil spielt die höheren Fixkosten nicht ein.
10.000–18.000 km
Grauzone
Hängt an Modell, Restwert und Wartungskosten.
Über 18.000 km
Diesel
Ab hier trägt der Verbrauchsvorteil die Mehrkosten klar.
Innerstädtische Beschränkungen
03Fahrverbote betreffen inzwischen fast nur noch Euro-4-Diesel und älter, und selbst dort sind die Zonen kleiner geworden. Für Fahrzeuge ab Euro 6d ist das Thema praktisch erledigt — beim Gebrauchtwagenkauf lohnt der Blick in die Schadstoffklasse trotzdem, weil der Wiederverkaufswert daran hängt.